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NEWS  pro M.U.T.  Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V. Nachrichten

Januar 2013


  • Gentechnisch veränderte Pflanzen verbreiten Antibiotikaresistenzen
  • "Wir haben Agrarindustrie satt!"
  • ROT / GRÜN gewinnt Niedersachsenwahl
  • "Abwegige Kritik der Uneinsichtigen"
  • Vorurteile und Falschbehauptungen







22. Januar 2013 proM.U.T. e.V.
Vorurteile und Falschbehauptungen

Ein
bereits am 17. Januar vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichtes "Pressehintergrund"-Papier unterstellt einigen Nichtregierungsorganisationen Vorwürfe und Behauptungen in die öffentliche Diskussion einzubringen, "die auf falschen Annahmen oder falschen Daten basieren, die irreführend sind und einer Überprüfung nicht standhalten".
Wie gut, dass wir über ein von Lobbyinteressen völlig unbeeindrucktes Bundesministerium verfügen, das in der Lage ist die häufigsten Vorurteile und Falschbehauptungen der NGO´s gerade rechtzeitig zur "Grünen Woche" richtig zu stellen. Darunter sogar "Vorurteile", die das Ministerium mal schnell selbst erfunden hat, wie z. B.  "1. Vorurteil: Die Landwirtschaft hat heute als Branche kaum noch Bedeutung."
Machen Sie sich selbst ein Bild davon, mit welch subtilen Argumenten das Bundesministerium berechtigte Kritikpunkte aus der Welt schaffen möchte, um das Bild der "modernen Landwirtschaft" aufrechterhalten zu können, und, um längst überfällige Reformen weiter verschieben zu können.  
BMELV: 10 Vorurteile – 10 Fakten:
Was Sie über Landwirtschaft in Deutschland wissen sollten

    
Wer sich gerne ausführlich mit den Antworten von Experten der Geflügelwirtschaft auf Fragen zu Aufzuchtbedingungen in der Hähnchen- und Putenhaltung bis hin zu grundsätzlichen ethischen Aspekten, vom Antibiotikaeinsatz über Umweltauswirkungen und infrastrukturelle Fragen bis zur Schnabelbehandlung beschäftigen möchte, dem sei das Dialogjahrbuch 2012: „Konstruktiver und ehrlicher Dialog mit dem Verbraucher“ empfohlen. Auch der Geflügelwirtschaft ist es hier ebenfalls gelungen pünktlich zur "Grünen Woche"  ihr Werbematerial zu veröffentlichen und damit dem "großen Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit" nachzukommen. „Die Geflügelwirtschaft steht offen und ehrlich Rede und Antwort zu sämtlichen für die Verbraucher relevanten Themenfeldern“, sagt Leo Graf von Drechsel, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG).  Offen und ehrlich waren allerdings wohl eher die Fragen als die Antworten.
Dialogjahrbuch 2012:
 „Konstruktiver und ehrlicher Dialog mit dem Verbraucher“







21. Januar 2013 proM.U.T. e.V.
"Abwegige Kritik der Uneinsichtigen"

Da macht sich ein breites Bündnis aus Verbänden, Vereinen, Organisationen, Bürgerinitiativen und ganz "normalen" Bürgern aus der gesamten Republik bei widrigen Wetterverhältnissen nach Berlin auf, um seiner Sorge über die Fehlentwicklungen in der Agrapolitik Ausdruck zu verleihen. 25.000 Menschen demonstrieren zusammen mit BUND, NABU, Tierschutzbund, Brot für die Welt, Bauern und Milchviehaltern, Imkern, Misereor, Attac, Albert-Schweitzer-Stiftung, BIOLAND, Demeter, Neuland, Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Gentechnikkritikern und vielen weiteren friedlich für ihre Ziele. Und das nun schon im dritten Jahr in Folge. Hier präsentiert sich eine stetig weiter wachsende Gemeinschaft, die nicht mehr hinnehmen will, was ihr von der scheinbar allmächtigen Agrarindustrie diktiert wird. Eine Demokratie sollte sich glücklich schätzen, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich in so vielen Organisationen einbringen, für ihre  Ziele streiten und auch ihre fundierte Kritik bei Demonstrationen in die Öffentlichkeit tragen.

proM.U.T. e.V. weist daher die Reaktionen von Landwirtschaftsministerin Aigner ("Die Kritik ist abwegig.") und des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes,  Joachim Rukwied, ("Die Demonstration ist eine Aktion der Uneinsichtigen.") entschieden zurück und betrachtet sie als hilflose und "Abwegige Kritik von Uneinsichtigen" an 25.000
engagierten Menschen, die in  Berlin am vergangenen Samstag demonstriert haben.

Quelle: Wir haben es Satt-Demo: "Abwegige Kritik der Uneinsichtigen"
KLICK für mehr Informationen
Quelle: Demo in Berlin: Der Club der Unzufriedenen KLICK für mehr Informationen



20. Januar 2013 proM.U.T. e.V.
ROT / GRÜN gewinnt Niedersachsenwahl

Eine beispiellose Leihstimmen-Aktion von CDU Wählern hat die FDP auf knapp 10% der Wählerstimmen katapultiert. Um so tiefer sitzt nun der Stachel des Machtverlustes bei der bisherigen CDU/FDP Koalition in Hannover.

proM.U.T. e.V. gratuliert der SPD und den Grünen, den Gewinnern der niedersächsischen Landtagswahl, verbunden mit der Hoffnung auf konsequente Umsetzung ihrer zuletzt formulierten Positionen zur Agrarindustrie und Tierhaltung zum Wohl von Menschen, Umwelt und Tieren. Wir werden diesen Prozeß nach unseren Möglichkeiten kritisch und konstruktiv begleiten.






19. Januar 2013 proM.U.T. e.V.
"Wir haben Agrarindustrie satt!"


Unter dem Motto "Wir haben es satt" haben am Samstag 25.000 Menschen in Berlin für eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft demonstriert.
Anlässlich der Grünen Woche marschierten die  Demonstranten vor das Bundeskanzleramt. Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen Massentierhaltung, Pestizid-Einsatz auf den Feldern und einen wachsenden Preisdruck auf Kleinbauern.
Zum dritten Mal in Folge nahm auch diesmal eine Gruppe aus Springe, Bad Münder, Pattensen und Wennigsen an der Demonstration teil.
Bei eisigen Temperaturen startete der vom BUND Ortsgruppe Springe organisierte Bus bereits morgens um 6.30 und brachte die Teilnehmer (unter anderem Mitglieder des BUND, NABU, proM.U.T.) trotz widriger Wetterverhältnisse sicher und pünktlich nach Berlin. Viele Teilnehmer kennen sich inzwischen aus den vergangenen Jahren. Neu dabei waren diesmal Imker, die mit der Teilnahme an der Demonstration auf die Bedrohung ihrer Bienenvölker aufmerksam machen wollen.
Die Protestwelle gegen die Auswüchse agrarindustrieller Strukturen ist inzwischen aus gutem Grund unübersehbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Denn Agrarpolitik ist im Kern Gesellschaftspolitik. Sie geht uns alle an und reicht in ihren Auswirkungen jeden Tag mehrfach bis auf unsere Esstische. Entsprechend sind wir alle als Verbraucher und Konsumenten in der Mitverantwortung.
Der Protestzuges in Berlin zeigte ein buntes Teilnehmerbild aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Von Bauern und Imkern über Umwelt-, Bio- und Tierschutzverbänden bis hin zu „Dritte Welt“-Organisationen, kirchlichen Gruppen, Parteien und besorgten Bürgern jeden Alters reichte das Spektrum der Teilnehmer.
Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), fasste in seiner Rede vor dem Kanzleramt am Schluss der Großdemonstration die Meinung der Demonstranten trefflich zusammen: „Hinter dem schönen Schein der Messestände (auf der „Grünen Woche“) verbergen sich millionenfaches Tierleid, ein exorbitanter Antibiotikaeinsatz bei Masttieren und enorme Belastungen der Umwelt durch die Massentierhaltung. In der Agrarpolitik Deutschlands und der Europäischen Union sind neue Weichenstellungen überfällig. Die Bundesregierung mit Kanzlerin Merkel und Agrarministerin Aigner muss endlich dafür sorgen, dass bäuerliche Betriebe anstatt vor allem Tierfabriken gefördert werden.“ Eine solche Politik nütze nicht nur dem Tierschutz und den Landwirten, sie schaffe auch die Voraussetzungen für mehr Umwelt- und Verbraucherschutz.

Weitere Fotos hier
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13. Januar 2013 proM.U.T. e.V.

Gentechnisch veränderte Pflanzen verbreiten Antibiotikaresistenzen

Höchst alarmierend ist das Ergebnis einer neuen Studie, die im Dezember 2012 im Fachmagazin Environmental Science & Technology erschien. Sie zeigt erstmals, dass Gentechnik-Konstrukte unkontrolliert in die Umwelt gelangen. So wurden in sechs Flüssen in China Bakterien gefunden, die Erbmaterial aus gentechnisch veränderten Pflanzen oder anderen Organismen (transgene DNA) aufweisen.
Zur Überraschung der Wissenschaftler hat über ein Viertel (27,3%) dieser Bakterien eine Antibiotikaresistenz auf Grundlage der in ihnen enthaltenen künstlichen Gene entwickelt. Diese könnten aus Gentechnik-Laboren, aber auch von Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen stammen. In China wuchsen 2011 auf mehreren Millionen Hektar Gentechnik-Pflanzen, vor allem Baumwolle, aber auch Pappeln und Papaya. Vielen gentechnisch veränderten Pflanzen werden in Entwicklungslaboren Antibiotika-Resistenzgene als Marker eingebaut. Werden entsprechende Eigenschaft weiter verbreitet, können Medikamente für die Behandlung von Mensch und Tier unwirksam werden (Antibiotikaresistenz).
Die vorliegende Studie sei zudem nur „die Spitze des Eisbergs“, erläutert der Mikrobiologe Ignacio Chapela von der Universität Berkeley. Man müsse davon ausgehen, dass noch weitaus mehr transgene DNA aus diversen Quellen, mit unbekannten Eigenschaften und vor allem unbekannten Folgen in die Umwelt gelangt sei und hält diesen Aspekt für noch wichtiger als die nachgewiesene Antibiotika-Resistenz-Problematik.

Neben den vielen bereits bekannten Verbreitungswegen von antibiotikaresistenten Bakterien (ungefilterte Abluft aus Tierhaltungsanlagen mit Kontamination von Böden, Wasser, Pflanzen und Tieren, Tierhaltungsbedingungen, die nur mit massiven Antibiotikaeinsatz ermöglicht werden...) ist nun ein weiterer sehr ernst zunehmender Ausbreitungspfad nachgewiesen. Obwohl die
für die entsprechende Risikobewertung zuständige umstrittene Europäische Lebensmittelbehörde EFSA den Gentransfer von Gentechnik-Pflanzen auf Bakterien für „unwahrscheinlich“ hält, spricht sie immerhin auch von „Unsicherheiten“ in dieser Frage.
Um der Gefahr einer zunehmenden Antibiotika-Resistenz entgegen zu wirken, werden seit einiger Zeit von den Genlaboren andere Marker entwickelt. In den bislang weltweit angebauten Gentech-Pflanzen sind ihre Vorgänger aber noch verbreitet. In der EU müssen Antibiotika-Resistenzgene seit mehreren Jahren ersetzt werden. Pflanzen, die das Gen tragen, können aber trotzdem weiter zugelassen werden, wenn kein Risiko festgestellt wird, schreibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf eine Anfrage des Informationsdienst Gentechnik. Unter anderem enthält die für den Anbau in der EU zugelassene Gentech-Kartoffel „Amflora“ ein Antibiotika-Resistenzgen. "Amflora" wurde 2010 auf Antrag von BASF zugelassen, in dem gleichen Jahr in dem das Bundesverfassungsgericht die grüne Gentechnik sogar als Hochrisikotechnologie eingestuft hatte - wohl aus gutem Grund. Weil nicht nur die Verbraucher mehrheitlich grüne Gentechnik ablehnten sondern auch Landwirte und Politik dagegen seien, verlagerte BASF dann Anfang 2012 seine grüne Gentechnik-Sparte komplett in die USA, um sich auf "auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien zu konzentrieren."

Erst vor einigen Tagen (NDR, 10. Januar) berichtete der NDR, dass bei einer Untersuchung von Fleischproben potentiell gefährliche Keime in Schweinemett nachgewiesen wurden. In fast jeder sechsten  Probe ließen sich sogenannte ESBL-Bakterien finden, die antibiotikazerstörende Substanzen bilden können. Werden diese Bakterien auf den Menschen übertragen, ist eine Erkrankung aufgrund der Resistenz gegen verschiedene Antibiotika deutlich schlechter zu behandeln. Gerade im Fall von Kindern, älteren Menschen, chronisch Kranken und anderen gesundheitlich gefährdeten Menschen entstehen hieraus besondere und für unser Gesundheitswesen teure Risiken. 
ESBL-produzierende Keime können ein breites Spektrum von Antibiotika unwirksam machen. Sie werden in Krankenhäusern und nach Informationen der Grünen seit 2000 auch in Nutztierbeständen (Geflügel, Schwein und Rind) und in Lebensmitteln bzw. der Nahrungskette nachgewiesen.

Environ Sci Technol. 2012 Dec 18;46(24):13448-54. doi: 10.1021/es302760s. Epub 2012 Dec 6.
A Survey of Drug Resistance bla Genes Originating from Synthetic Plasmid Vectors in Six Chinese Rivers.
Chen J, Jin M, Qiu ZG, Guo C, Chen ZL, Shen ZQ, Wang XW, Li JW.

New study finds antibiotic resistance from GMOs in microbes in rivers

EFSA: Position zu Antiobiotika-Resistenzgenen in Gentechnik-Pflanzen (Juni 2009)







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