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NEWS  pro M.U.T.  Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V. Nachrichten

AUGUST 2012


  • Wurst wird zur Brutstätte von Keimen
  • Fleisch: Das Luxusprodukt der Zukunft
  • Botschafter tritt zurück
  • Das stinkt zum Himmel
  • Tiere verenden in überhitzten Mastställen
  • Durcheinander auf dem "Wiesenhof"
  • Kaninchen vegetieren im Dreck und Hühner drohten zu kollabieren
  • Erörterungstermin zum Schlachthofneubau verschoben







30. August 2012 mBio
Antibiotika-Rückstände:
Wurst wird zur Brutstätte von Keimen


Selbst geringe, unter den Grenzwerten der EU und USA liegende Antibiotikareste im Fleisch reichen bereits aus, um die Fermentation zu verlangsamen, einen Prozess, durch den Wurstrohmasse unter anderem angesäuert wird. Krankmachende Keime wie Salmonellen und Escherichia coli können sich dadurch in Wurst stärker vermehren. Dies berichtet eine Forschergruppe im Fachmagazin der American Society for Microbiology, mBio.

Das Ergebis der Studie liefert eine Erklärung dafür, warum es gerade durch fermentierte Wurstwaren wie Salami häufig zu ernsthaften Erkrankungen wie Lebensmittelvergiftungen kommt.
Die offensichtliche Lösung für dieses Problem ist laut Hanne Ingmer (Universität Kopenhagen), keine Antibiotika mehr als Wachstumshilfen in der Tierhaltung einzusetzen und generell den Einsatz dieser Medikamente bei Nutztieren stärker zu überwachen.
Die Studie zeigt, dass selbst Konzentrationen unterhalb der zur Zeit in der EU und America gültigen Grenzwerte für Antibiotikareste im Fleisch bereits die Entstehung krankmachender Keime begünstigen.

Interessierte finden die Studie (engl.) hier
KLICK für mehr Informationen





29. August2012  topagrar.com
Fleisch:
Das Luxusprodukt der Zukunft

Anlässlich des weltweiten Wassertages weisen Forscher des Stockholm International Water Institute (Siwi) in einer neuen Studie darauf hin, dass unser heutiger Fleischkonsum nicht länger fortgeführt werden kann. Im Gegenteil: Fleisch wird in Zukunft zu einem Luxusprodukt werden.
Verantwortlich dafür sei der wachsende Fleischkonsum in den Schwellenländern nach westlichem Vorbild, das Wachstum der Weltbevölkerung und die zunehmende Wasserknappheit.
Auf den derzeit verfügbaren Ackerflächen reicht das zur Verfügung stehende Wasser nicht aus, um die zunehmende Weltbevölkerung mit Fleisch in der bei uns üblichen Menge zu versorgen. Denn die Landwirtschaft verbrauche rund doppelt so viel Wasser wie alle anderen Aktivitäten der Menschheit zusammen wobei die Fleischerzeugung wiederum mit dem größten Wasserverbrauch zu Buche schlägt. 10.000 Liter Wasser werden zur Erzeugung von einem Kio Schweinefleisch verbraucht.  
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28. August 2012 proM.U.T. e.V.

SV Werder Bremen und Wiesenhof - Trikotsponsering zieht weite Kreise
Botschafter tritt zurück

Wie blind einige Millionen Euro Fußballmanager machen und ab welcher Summe die ganze Führungsetage eines Fußball-Clubs bereit ist bedingungslos die beschönigenden Werbebotschaften eines Sponsors unter die Leute zu bringen hat uns das Beispiel Werder Bremen und Wiesenhof gerade gelehrt. Sogar die Proteste tausender Fans konnten gegen die Millionen von Wiesenhof nichts ausrichten. Money makes the world go ´round!
Nun aber hat die Verbindung von Werder und Wiesenhof sogar zum Rücktritt eines Botschafters geführt, dessen Existenz wohl kaum jemandem bisher bekannt war. Unter dem Motto "Lebenslang Werder - keinen Tag Wiesenhof" ist der Umweltbotschafter von Werder Bremen, der Grüne Jürgen Trittin, von seinem Amt zurückgetreten. Für den eingefleischten Werderfan Trittin sicher kein leichter aber folgerichtiger Schritt.
Wie andere auch hatte proM.U.T. schriftlich Konsequenzen von Trittin gefordert. Ein grüner Umweltbotschafter war für uns nach Abschluss des Sponsorenvertrages zwischen Werder und Wiesenhof undenkbar. Um so mehr erfreut es uns, dass Jürgen Trittin mit einem überzeugenden Brief
KLICK für mehr Informationen  an das Werderpräsidium seinen Rücktritt verkündet hat.

Spannend wird nun sicher auch die Frage, wer sich zukünftig von dem Duo Werder/Wiesenhof ködern läßt, schließlich gilt es den Posten eines Umweltbotschafters neu zu besetzen. Kenntnisse über Umweltproblematiken der Massentierhaltung sind dabei weder erwünscht noch Bedingung ...






28. August 2012 proM.U.T. e.V.
Das stinkt zum Himmel

Kaum noch ein Feldweg an dem man sie nicht antrifft. Schon von weitem sind sie überall zu sehen und vor allem zu riechen. Dieser üble, atemnehmende Gestank stammt von den Geflügelmisthaufen in unserer Feldmark.
Zum größten Teil unabgedeckt schmoren die Haufen, meist mehrere LKW Ladungen groß,  in der Sonne. Der Wind verteilt den Staub und Gestank. Vögel scharren und picken in dem Mist, Kleintiere haben in zum Teil seit Monaten auf den Äckern liegenden Misthaufen ihre Bauten. Wirtschaftsdünger werden diese Haufen genannt und als natürlicher Dünger bezeichnet.
 

Gerne wird übersehen, dass in dem Geflügelmist auch alle anderen Bestandteile enthalten sind, die mit dem Mist die Mastställe verlassen - Keime, Pilze, Medikamentenrückstände, die Kadaver von Tieren, die die Mast nicht überlebt haben usw..
All das wird jetzt auf den Äckern verteilt und später wieder in den Pflanzen, die demnächst dort wachsen, im Boden und im Wasser nachgewiesen werden können. Obwohl auch von vielen Fachleuten als problematisch angesehen und in seinen Konsequenzen nicht ausreichend erforscht ist die Düngung der Felder mit "Wirtschaftsdünger" gängige Praxis, nicht zuletzt weil der Mist deutlich billiger ist als Alternativen.

Ganz sicher beanstandet werden muss allerdings die Art der Lagerung. Während einige Misthaufen entsprechend den Auflagen abgedeckt gelagert wurden (mit Planen oder Stroh) liegen die meisten Haufen völlig offen in der Feldmark. Noch gravierender ist dabei, dass auch Kadaver toter Hühner offen zu sehen sind.

Und das stinkt zum Himmel!


Fotos proM.U.T. e.V.




22. August 2012  wdr.de, proM.U.T. e.V.
Tiere verenden in überhitzten Mastställen

Die Fälle häufen sich: Bereits dreimal sind in den letzten Tagen Puten und Hühner in ihren Ställen verendet. Offenbar fielen in einigen Mastbetrieben die dringend benötigen Klimaanlagen aus oder ihre Leistung war zu gering.
Bei vielen Mastbetrieben ist mittlerweile die Feuerwehr vor Ort, um die Landwirte zu unterstützen. Sie kühlt Stalldächer mit Wasser und stellt zusätzliche Industrielüfter auf.
KLICK für mehr Informationen  wdr - Video KLICK für mehr Informationen

Wie hoch die Zahl der verendeten Tiere insgesamt ist kann noch nicht endgültig eingeschätzt werden. Zu befürchten ist das Bekanntwerden von weitaus mehr Fällen in den nächsten Tagen. Für Lüftungs- bzw.  Klimaanlagen in Mastställen sollten hieraus die entsprechenden Konsequenzen gezogen werden.





20. August 2012 proM.U.T. e.V., Kommentar
Durcheinander auf dem "Wiesenhof"

Der unerwartet heftige Widerstand gegen den geplanten Neubau eines Wiesenhof Schlachthofes in Wietzen / Holte hat offenbar bei der Firma Wiesenhof für einiges "Durcheinander" gesorgt.

So wurde der Geschäftsführer von Wiesenhof,
Gerhard Bodenburg, kürzlich in der Presse zitiert, sein "Lebenswerk" sei durch die 1300 Einwendungen in Gefahr. Und das, obwohl er doch immer ein "offenes Ohr" hatte und alle mit "Zuwendungen" bedacht habe. Wie können es Menschen da wagen, ihr Recht in Anspruch zunehmen und Gründe gegen den Neubau des Schlachthofes vorzubringen. So etwas bringt ja schließlich die ganze Planung durcheinander. Was für eine Frechheit. Bei so viel Undankbarkeit kann man schon mal bockig werden und damit drohen, alles hinzuschmeißen, spricht, den "Laden ganz zu schließen", so Wiesenhof-Chef Wessjohann laut Bodenburg.
Der Wiesenhof-Geschäftsführer muss schon über einen unerschütterlichen Optimismus verfügen, wenn er angenommen hat, dass gegen den gerade in Betrieb gegangenen Schlachthof der Firma Rothkötter in Wietze bis heute Widerstand geleistet wird, sein "Familienunternehmen" (Wiesenhof ist Teil des PHW-Konzerns mit über 2 Mrd. Euro Jahresumsatz, davon Wiesenhof 1,2 Mrd. Euro) jedoch aufgrund von "Zuwendungen" mal schnell, während der Sommerpause, ohne Widerspruch den Neubau mit nahezu Verdopplung der bisherigen Schlachtkapazität genehmigt bekommt.
Sicher, laut Wiesehof soll die Verdopplung der Schlachtkapazität nur den Umgang mit Spitzen in der Schlachtung verbessern, mehr geschlachtet werden soll ja gar nicht. Da sind rund 50 Millionen Investitionssumme in den Neubau schon gerechtfertigt. Geld scheint ja in der Branche eh keine Rolle zu spielen. 12 Millionen als Sponsor des SV Werder Bremen für 2 Jahre Schaulaufen (oder Spießrutenlaufen) mit dem "Wiesenhof" Logo auf dem Trikot sind anscheinend auch kein Thema für den Konzern.
Oder spielt Geld etwa doch eine Rolle? Warum wurden neue Verträge mit Landwirten abgeschlossen, wie aus der Presse hervorgeht, wenn es doch keine Ausweitung der Schlachtzahlen geben soll? Naja, ein bischen Firmengeheimnis muss schon sein. Allerdings muss die Ankündigung im Antrag schon den  tatsächlichen künftigen Plänen entsprechen.
Wichtiger als die Befindlichkeiten bei Wiesenhof muss jetzt die Aufarbeitung der gegen den Schlachthofneubau vorgebrachten Bedenken sein. Schließlich gibt es ein Normenkontrollverfahren im Zusammenhang mit der Aufstellung des
Bebauungsplanes, dessen Ergebnis Einfluss auf die Entscheidung haben kann. Und auch die Versorgung des Schlachthofes mit Wasser scheint noch genauso wenig sicher zu sein, wie eine ordnungsgemäße Entsorgung des Abwassers. Hier sollte in der logischen Reihenfolge vorgegangen werden und diese Dinge VOR einer Fortführung des Genehmigungsverfahrens geklärt werden.
 
Auch auf die Genehmigungsbehörde dieses Verfahrens, das Gewerbeaufsichtsamt Hannover, hat das "Durcheinander" bei Wiesenhof scheinbar übergegriffen. Bei seiner Mitteilung, dass der vorläufig verschobene Erörterungstermin nicht öffentlicht sei, liegt das Amt jedenfalls daneben.

Und nicht zuletzt setzt sich das "Durcheinander" wohl auch auf dem Fußballplatz fort. Jedenfalls haben die neuen Trikots mit dem Wiesenhof-Logo den Fußballern des SV Werder Bremen im DFB Pokal kein Glück gebracht. Herzlichen Glückwunsch an Preußen Münster für das Erreichen der 2. Pokalrunde.





20. August 2012 NDR.de
Kaninchen vegetieren im Dreck und Hühner drohten zu kollabieren

In Lastrup soll ein Züchter 1.200 Kaninchen unter katastrophalen Bedingungen gehalten haben. Laut Tierschützern hat der Halter trotz der Entdeckung noch keine Einsicht gezeigt.
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Die Kreiszeitung, Verden berichtet, dass  der Hitzetod von 20 000 Hähnchen durch die Feuerwehr Sehlingen verhindert werden konnte. Dort drohte ein Maststall wegen der Rekordtemperaturen zu überhitzen und die Tiere zu kollabieren. Eine Kontrolle hielt das Veterinäramt nicht für notwendig, so die Kreiszeitung.
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08. August 2012 proM.U.T. e.V.
Erster kleiner Erfolg:
Erörterungstermin zum Schlachthofneubau verschoben

Auf Grund von hunderten Einwendungen gegen den geplanten Neubau des Wiesenhof Schlachthofes in Wietzen/Holte wird der Erörterungstermin verschoben. Dies bestätigte das Gewerbeaufsichtsamt Hannover als Genehmigungsbehörde heute gegenüber Michael Hettwer, einem der Sprecher des Landesnetzwerk Niedersachsen - Bauernhöfe statt Agrarfabriken.
Die Firma Wiesenhof plant in Wietzen/Holte den Neubau eines Schlachthofes für Geflügel. Teile des schon bestehenden Betriebes sollen stillgelegt werden, andere weiter benutzt werden. Neben der Schlachtung erfolgt auch eine Verarbeitung des Geflügels. Statt 140.000 Hühnern sollen in dem Neubau dann 250.000 Tiere pro Tag von 600 Mitarbeitern geschlachtet und verarbeitet werden.

Trotz der annähernden Verdoppelung der Schlachtkapazität in dem Neubau geht die allgemeine Vorprüfung nach dem Umweltverträglichkeitsgesetz davon aus, dass "durch  die Kapazitätsausweitung  des  Geflügelverarbeitungsbetriebes keine erheblichen  nachteiligen  Umweltauswirkungen  im  Sinne  des  UVPG  zu  erwarten  sind" und auf die  Durchführung  einer  zusätzlichen  Umweltverträglichkeitsprüfung  im  Rahmen des  immissionsschutzrechtlichen  Genehmigungsverfahrens  verzichtet  werden kann.
Dieser Fehleinschätzung haben viele Menschen inzwischen mit guten Gründen widersprochen und mit ihren Einwendungen dafür gesorgt, dass dieser zweite Schlachthofneubau innerhalb kurzer Zeit nun hoffentlich auch öffentlich kritisch hinterfragt und verhindert wird.
Erst vor kurzem hatte die Firma Rothkötter einen Megaschlachthof für Geflügel in Wietze bei Celle in Betrieb genommen.  Wiesenhof will nun mit dem geplanten Neubau nachziehen und läutet damit die nächste Runde im Verdrängungswettbewerb der Hähnchen-Giganten ein. Auf der Strecke bleiben dabei die Menschen, Umwelt und Tiere.  

Vor dem Gewerbeaufsichtsamt Hannover findet am 9.8.2012 eine Kundgebung gegen Massentierhaltung und insbesondere gegen den geplanten Geflügelschlachthof der Firma WIESENHOF statt.  
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Leider haben wir heute zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Fußball Bundesligamannschaft des SV Werder Bremen wohl demnächst mit "Wiesenhof" Werbung auf den Trikots in den Stadien der Republik auflaufen wird.
Wir hoffen, dass das Managment von Werder der Verlockung von 5 Millionen Euro, die Wiesenhof als Sponsor offenbar zu zahlen bereit ist, doch noch widerstehen kann.  Wenn nicht - kennen wir wenigstens den Preis, zu dem Werder bereit ist alle Bedenken und Sorgen zu vergessen und zum Gehilfen von agroindustrielle Interessen zu werden. Schade , Werder, so habt ihr schon vor dem ersten Spiel der neuen Saison verdient verloren!



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