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NEWS  pro M.U.T.  Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V. Nachrichten

November 2011





 






11. November 2011 NDZ.de, proM.U.T. e.V.
Die Besorgnis nimmt zu...
8 Antibiotika in 30 bis 35 Masttagen

Unter dem Titel "Jeder fünfte resistente Keim stammt aus einem Viehstall" berichtet die Neue Deister Zeitung heute über gestern vorgelegte Daten aus dem Jahr 2010, die von der Tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz ausgewertet wurden (82 Betriebe) . Hier eine Auswahl:

  • in 85 % der Hähnchenmastbetriebe werden Antibiotika verabreicht
  • in 27 % der Fälle bekamen die Tiere bis zu 8 Antibiotika innerhalb ca. 35 Tagen
  • 66 % ihrer Lebenszeit stehen Masthähnchen unter Antibiotikawirkung
  • 40 % der Landwirte tragen gefährliche resistente Keime in sich
  • 22 % der im Mai in 34 Krankenhäusern gefundenen gefährlichen Keime stammen aus der Tierhaltung

proM.U.T. fühlt sich in der Kritik bestärkt, dass Massentierhaltung speziell in der Geflügelhaltung nur durch den massiven Einsatz von Antibiotika möglich ist. Ohne Antibiotika würden in den riesigen Mastställen mit 40.000 Hähnchen noch weniger Tiere überleben, als das jetzt schon der Fall ist (Verlustrate pro Mastdurchgang ca. 2000 Tiere). Weiter kritisieren wir, dass nicht nur kranke Tiere behandelt werden, sondern alle Tiere eines Stalles. Niemand würde auf die Idee kommen bei Erkrankung von einigen Mitbürgern gleich allen Einwohner von Springe Antibiotika zu verabreichen.
Die Frage muss erlaubt sein, ob es sich um Tierquälerei handelt, wenn gesunde Tiere mit Medikamenten vollgestopft werden.
Bereits in unserer Einwendung gegen die geplanten Mastställe in Boitzum haben wir die Vermutung geäußert, dass mit der Praxis des Antibiotikaeinsatzes in Mastställen das Verbot der Wachstumsförderung der Tiere durch Antibiotika umgangen wird. Vorsatz kann man hier schlecht belegen. Faktisch untermauern die obigen Zahlen allerdings unsere Vermutung. Auch die Art und Weise wie die Antibiotika eingesetzt werden (kurzzeitig, unterdosiert, viele verschiedene Medikamente über zwei Drittel der Mastzeit) bestärken diese Überlegungen.

Es besteht dringender Handlungsbedarf, um uns alle vor den Gefahren der Massentierhaltung zu schützen. Daher ist es gut, dass endlich die obigen Zahlen an die Öffentlichkeit gelangen. Verlässliche aktuelle Zahlen zum Gesamtverbrauch an Antibiotika in der Geflügelhaltung stehen nach wie vor nicht zur Verfügung.
Jeder Verbraucher sollte sich gut überlegen, ob er weiter Tiere aus diesen Mastbedingungen für sich und seine Familie auf dem Mittagstisch haben möchte. Auch die Gänse für die zur Zeit aktuellen Martinsgans-Essen stammen zu 80% aus Massentierhaltung.



 



09. November 2011 NDR.de, proM.U.T. e.V.
Es geht doch...
Antibiotika - Erfassung nun auch bei Geflügel

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung genauer erfassen und die Datenerhebung neu regeln. Das sieht ein Maßnahmenkatalog des Ministeriums vor, der NDR Info vorliegt. "Mein Ziel ist es, bundesweit eine Minimierung der Antibiotika-Mengen zu erreichen und die Überwachung durch die zuständigen Länderbehörden zu verbessern", sagte Ministerin Ilse Aigner NDR Info.
Künftig wird es den Plänen zufolge auch Daten zum Antibiotika-Einsatz in der Geflügelhaltung geben.

Bisher ist die Erfassung von Antibiotika in der Tierhaltung mit Ausnahme der Geflügelwirtschaft umgesetzt. Mit den oben beschriebenen Plänen scheint Bundesministerin Aigner nun den Forderungen nach einer Abschaffung dieser Ausnahmeregelung endlich nachzukommen.
Wie notwendig dies ist geht auch aus einer noch unveröffentlichten Studie aus NRW hervor (s.u.) Der ungezügelte Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung stellt eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen dar. Allerdings kann die genaue Erfassung von Antibiotika in der Tierhaltung nur ein Schritt sein, um exakte Daten zu erhalten. In weiteren Schritten muss ausgelotet werden, welche Möglichkeiten zu Änderungen bei den Haltungsbedingungen für Nutztiere bestehen, um generell von der Notwendigkeit eines massiven Einsatzes von Antibiotika weg zu kommen. Insofern ist der Plan von Aigner nur ein überfälliger Schritt dem weitere folgen müssen.





07. November 2011 proM.U.T. e.V.
Veranstaltung auf dem Eschenhof in Springe

"Bauer hält Hof" in Springe am 11.11.2011 ab 14 Uhr

Organisiert von AbL, BDM, BUND, Brot für die Welt, Deutscher Tierschutzbund, NABU, Slow Food und anderen steht die Veranstaltung unter dem Motto:

Verantwortung für unser Essen
 –
regional, in Europa und weltweit

Verbraucher und Bauern werden jetzt gemeinsam aktiv und setzen sich zusammen für eine andere Agrarpolitik ein!

Mitglieder von proM.U.T. unterstützen die Veranstaltung durch ihre Mitarbeit.

Einladung als .pdf