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NEWS  pro M.U.T.  Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V. Nachrichten

Archiv Februar 2011




 




24.02.2011, NDR  , aktualisiert 25.02.2011, NDR

Hielt Landkreis Cuxhaven Gutachten zurück?
Warum dauerte die Übermittelung eines Gutachtens zum Amputieren von Zehen und Kämmen bei Hühnern vom Landkreis Cuxhaven an die Landesbehörden mehrere Monate?
Entzogen sich Behörden ihrer Verantwortung die Amputationen aus Tierschutzgründen zu verbieten aus Angst vor Schadensersatzforderungen? << mehr >>




23.02.2011, DLF

EU kippt Reinheitsgebot für Futtermittel
Gentechnisch veränderte Organismen ohne Test erlaubt
Von Mirjam Stöckel

Bisher galt: Im Tierfutter dürfen in der EU keinerlei gentechnisch veränderte Organismen enthalten sein, die keine EU-Zulassung haben. Doch das wird nun anders: In Zukunft darf Tierfutter zum Beispiel auch Genmaissorten enthalten, die keinen Test der EU-Prüfbehörde hinter sich haben.

Stefanie Hundsdorfer ist wütend. Dass das deutsche Agrarministerium die Abkehr vom strikten Reinheitsgebot für Futtermittel mitgetragen hat, sei politisch unverantwortlich, findet die Greenpeace-Mitarbeiterin. Vor allem angesichts des jüngsten Skandals um Dioxin im Tierfutter.



22.02.2011,  AbL Pressemitteilung

Tierfabriken-Stopp - Hollands Parlament setzt vorbildliches Zeichen

Die Forderung der zweiten niederländischen Parlamentskammer nach einem vorläufigen Baustopp für „Megaställe“ wertet die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) als unübersehbares Signal für die Debatte um Agrarfabriken auch in Deutschland. In einer Entschließung hatten die holländischen Abgeordneten in der letzten Woche die Regierung mehrheitlich zu einer Aussetzung der Genehmigungen von Mega-Tieranlagen aufgefordert, solange die gesellschaftliche Debatte darum nicht abgeschlossen sei. Der Parlaments-Beschluss verweist dabei auf die „starke Beunruhigung der Bevölkerung über die wachsende Zahl von Megaställen“. Bei einer Umfrage hatte eine Mehrheit der Holländer generell gegen Agrarfabriken votiert - aus Tierschutz-, Gesundheits- und Umweltgründen. Hundert holländische Hochschullehrer hatten zuvor in einem Plädoyer das Ende der agrarindustriellen Massentierhaltung gefordert. In Deutschland haben mittlerweile mehr als 500 Wissenschaftler und 25.000 weitere Unterzeichner einen ähnlichen Apell verfasst (www.gegen-massentierhaltung.de/).

“Der breiten gesellschaftliche Ablehnung der agrarindustriellen Mega-Tierfabriken“, so AbL-Sprecher Eckehard Niemann,“muss die Politik nun nachkommen, das weitere Vordringen der Agrarfabriken stoppen und für eine artgerechte Tierhaltung in bäuerlich strukturierten Betrieben sorgen!“ Die AbL verweist darauf, dass mittlerweile auch die Landkreise Emsland, Vechta und Oldenburg einen Genehmigungsstopp verhängt hätten, solange die Investoren keine Gutachten über die Verbreitung von Keimen und über die Rettung der Tiere im Brandfall vorlegen könnten. AbL-Sprecher Eckehard Niemann forderte die niedersächsische Landesregierung und die Regierungen der anderen Bundesländer auf, einen solchen Genehmigungsstopp flächendeckend anzuordnen. Die Wähler würden zudem genau beachten, wie ihre Bundestagsabgeordneten sich in dieser Woche bei der namentlichen Abstimmung über die Änderung des Baugesetzbuchs zur Beschränkung der Massentierhaltung verhalten würden. Namhafte Juristen und kommunale Spitzenverbände ständen hinter der Forderung, dass künftig nur noch landwirtschaftliche Betriebe mit eigener Futtergrundlage im Außenbereich der Gemeinden bauen dürften.





18.02.2011, NDR
Landesregierung begrüßt Mega-Schlachthof

Regierung verteidigt Mega-Schlachthof

Die Landesregierung hat am Freitagmorgen ihre finanzielle Förderung des umstrittenen Geflügelschlachthofes in Wietze verteidigt. Das Projekt der Firma Rothkötter werde ausdrücklich begrüßt, weil damit vorerst 250 Dauerarbeitsplätze geschaffen würden, insgesamt vielleicht sogar bis zu 1.000, sagte Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) im Landtag auf eine entsprechende Anfrage der Fraktion Die Linke. Bis zu fünf Millionen Euro zahlt die Landesregierung an Rothkötter. Weil der Markt für Geflügelfleisch wachse, sei das eine zukunftssichere Investition, so Bode. Das sieht die Opposition im Landtag ganz anders. SPD, Grüne und Linke bezweifeln, dass der Schlachthof in Wietze ausgelastet werden kann und dass wirklich so viele Arbeitsplätze entstehen, wie von Rothkötter zugesagt. <<  weiter >>






Lindemann will Tierschutzplan vorstellen

13.02.2011, NDR - Niedersachsens Agrarminister Gert Lindemann (CDU) will am Montag neue Wege zur Verbesserung des Tierschutzes vorstellen. Angesichts der Ermittlungen gegen Lohmann Tierzucht aus Cuxhaven (LTZ), ist Lindemann schon vor der Präsentation seines Tierschutzplans kritisiert worden. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Eckehard Niemann, bezeichnete die Tierschutz-Offensiven von Lindemann und von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) als "halbherzige bzw. kosmetische Änderungen".
"Von Kontrolle kann keine Rede sein"
Die geplanten Maßnahmen ließen den Kern und den Großteil der agrarindustriellen Qualzucht und Qualhaltung unberührt, so Niemann. << mehr >>




Soll ganz Norddeutschland heimlich zum CO2 Endlager werden?
Ausführliche Informationen und Hintergründe
13.02.2011 NDR
Hunderte mögliche CO2-Endlager im Norden
Greenpeace wirft dem Bund vor, Daten über mögliche Standorte für die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid zurückzuhalten. Die kommerzielle CO2-Endlagerung werde hinter dem Rücken der Bevölkerung in die Wege geleitet. "Informationen zu den Standorten werden wie Staatsgeheimnisse gehütet", teilte die Umweltschutzorganisation am Wochenende mit. Greenpeace veröffentliche am Sonntag eine Karte, auf der nach Angaben der Umweltschützer 408 geologisch geeignete Endlager-Standorte in ganz Deutschland eingetragen sind. Die meisten Orte liegen in Norddeutschland, weil hier die geologischen Voraussetzungen für eine Speicherung des Kohlendioxids ideal sind. Die Standort-Daten stammen laut Greenpeace von der zuständigen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Hauptsitz in Hannover. << mehr >>



Schlachthäuser und Händler kassieren EU Gelder  und die Landwirte gehen leer aus

12.02.2011 NDR Info
Ein nicht für alle hilfreiches EU-Programm
von Kersten Mügge, NDR Info
Die Europäische Union möchte den Landwirten aus der Dioxin-Krise helfen. Denn seitdem Dioxin in Tierfutter nachgewiesen wurde, befinden sind die Fleischpreise am Boden. Daher hat die EU Anfang Februar ein Programm gestartet, um den Markt zu stabilisieren. Dazu wird Schweinefleisch für mindestens drei Monaten in Kühlhäusern tiefgefroren. << mehr >>


12.02.2011, NDR

Tierquälereiverdacht gegen Lohmann Tierzucht

Der Hühnerzuchtbetrieb Lohmann Tierzucht (LTZ) aus Cuxhaven steht unter Verdacht, jahrelang gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge, sollen Mitarbeiter des Unternehmens "massenweise" Kämme und Zehen von Hühnerküken amputiert haben, um den Zuchtprozess zu optimieren. Dies ist nach dem Tierschutzgesetz verboten.
Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen die Geschäftsführer von LTZ, Hans-Friedrich Finck und Rudolf Preisinger. Es seien Strafbefehle mit entsprechenden Geldstrafen beantragt worden, die aber noch nicht rechtskräftig seien, sagte Staatsanwalt Kai Thomas Breas am Sonnabend.

Küken mit CO2 vergast
In Cuxhaven sollen massenweise, für die Zucht unbrauchbare, Eintagsküken mit CO2 vergast worden sein, so "Der Spiegel". Töten ohne Grund sei jedoch nach dem Tierschutzgesetz verboten. Aus Ermittlungsunterlagen gehe darüber hinaus hervor, dass die Kadaver nicht zu Tierfutter verarbeitet worden seien, sondern zur Bremer Entsorgungsgesellschaft gebracht wurden. Dort landeten sie offenbar im Hausmüll. Auch dies sei illegal.

Keine Stellungnahme der Geschäftsführung

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) kommt laut "Spiegel" in einem Gutachten zu dem Schluss, dass dem Unternehmen für diese Verstöße keine tierärztliche Ausnahmegenehmigung vorgelegen hatte. Geschäftsführer Hans-Friedrich Finck wollte sich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äußern.


LTZ gehört zur Firmengruppe Erich Wesjohann, einem der weltgrößten Hühnerzuchtkonzerne, der mehr als hundert Länder beliefert. << Quelle NDR >>


Zum gleichen Sachverhalt:

12.02.2011, Spiegel
Ermittlungen gegen Zuchtbetrieb - Hühnerkonzern soll Tiere gequält haben < SPIEGEL Online >>

und

Pressekonferenz: Weltweit führender Geflügelproduzent der Massen-Tierquälerei überführt
Behörden und Regierung deckten illegale Amputationen bei „Lohmann / Aviagen“
Wann? Montag, 14. Februar, 10.30 Uhr
Wo? InterCityHotel am Hauptbahnhof Hannover, Rosenstraße 1


Aktenzeichen NZS 153 Js 9307/08
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. stellt am Montag in Hannover ihre brandneue Ermittlung gegen Verantwortliche des führenden Geflügelproduzenten „Lohmann / Aviagen“ im niedersächsischen Cuxhaven vor. Der Marktführer für die Züchtung und Produktion von sogenannten „Legehennen“ amputierte bis 2010 routinemäßig den Tieren ohne Betäubung Zehen und Kämme – obwohl dies seit 2006 durch tierschutzrechtliche Bestimmungen verboten ist. Die über dreijährigen PETA-Ermittlungen beweisen, dass die illegalen Amputationen quasi im Fließbandverfahren vorgenommen wurden: Systemimmanente Tierquälerei im industriellen Maßstab. << mehr >>

Hintergründe und Videos << hier >>




9.2.11 Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen

Landeskirche will sich in Diskussion um Massentierhaltung einschalten 
epd-Gespräch: Karen Miether

Hannover (epd). In die Diskussion um Massentierhaltung will sich auch die hannoversche Landeskirche einschalten. Die Landessynode arbeite an einer Stellungnahme zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, sagte der Umweltreferent der Landeskirche, Reinhard Benhöfer, am Mittwoch im epd-Gespräch. Voraussichtlich im Mai stehe das Thema bei der Tagung des Kirchenparlaments auf der Tagesordnung. Hintergrund sei eine Anfrage der evangelischen Kirchengemeinde Wietze bei Celle. Dort wird um den Bau eines Großschlachthofes für Geflügel und die Ansiedlung von Mastställen gestritten.

"Dabei geht es um soziale Fragen etwa nach Arbeitsplätzen, um tierethische Fragen und um ganz gravierende Umweltfragen", sagte Benhöfer. "Die Kirchengemeinde ist um eine Stellungnahme gebeten worden, und das komplexe Thema ist für einen Kirchenvorstand schwer aufzuarbeiten." Benhöfer berät die Synode gemeinsam mit dem Umweltbeauftragten der Landeskirche und dem Landwirtschaftspastor.

Unter anderem müsse nach der sozialen Lage der Landwirtsfamilien gefragt werden, sagte er. "Außerdem hat die Tierhaltung sehr große Auswirkungen auf den Klimawandel." So schätze etwa die Welternährungsorganisation FAO, dass 18 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase auf die Nutztierhaltung zurückgingen. Das Worldwatch Institut spreche sogar von 51 Prozent.

Weltweit müssten Folgen abgeschätzt werden, fügte Benhöfer hinzu. So äßen die Deutschen vor allem Brust und Schenkel vom Geflügel. Der Rest werde zu Spottpreise in arme Länder exportiert. Dort zerstöre dieser Handel die heimische Wirtschaft. Oft werde die Kühlkette unterbrochen, und in Ländern Westafrikas komme teilweise mit Salmonellen verseuchtes Fleisch auf die Märkte.

Benhöfer warb für eine Aufklärung der Verbraucher, die zum Beispiel weniger Fleisch essen und bereit sein sollten, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Nachfrage allein könne jedoch die Marktstrukturen nicht verändern, sagte er. "Wir brauchen über Verordnungen und Regeln auch politische Akzentverschiebungen zum Beispiel in der Agrarpolitik der EU." So sollten gezielt Leistungen für die Umwelt gefördert werden.





09.02.2011, DLF
Umstrittener Einsatz von Glyphosat

Umweltschützer in Argentinien schlagen Alarm

Von Victoria Eglau

Der Wirkstoff Glyphosat wird bei der Produktion von Gensoja als Unkrautvernichter eingesetzt. Umweltschützer in Argentinien fürchten, dass die Substanz gesundheitsschädlich für Menschen ist. Anwohner der Anbaugebiete klagen über eine erhöhte Zahl von Krebserkrankungen.




Regierung will alle Subventionen für den Agrarexport bis 2013 abschaffen

Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz - 09.02.2011 hib

Berlin: (hib/EIS/KT) Eine Milliarde Menschen hungern und eine weitere Milliarde sei laut Statistik der Welternährungsorganisation FAO unterernährt. Der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel (FDP), stellte im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Pläne vor, Abhilfe zu schaffen. Die Bundesregierung will den weltweiten "Mehrbedarf an Lebensmitteln" durch die verstärkte Erforschung resistenter Pflanzen, der Verbesserung von Infrastruktur ländlicher Räume, besseren Zugang zu den Märkten und der Steigerung der Produktivität decken. Der müsse auch eine engere Zusammenarbeit zwischen der deutschen Landwirtschaftspolitik und der Entwicklungshilfe geschuldet sein.

Nach Ansicht der CDU/CSU-Fraktion ist es notwendig, Agrar- und Entwicklungshilfe aufeinander abzustimmen und "weg von der Exporterstattung zu kommen", um die bäuerliche Subsistenzwirtschaft weltweit zu fördern. Niebel unterstrich, dass in Abstimmung mit Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) die Regierung bis 2013 alle Agrarexportsubventionen abschaffen will. "Viele Mittel in der Entwicklungshilfe gehen verloren, weil Exporthilfen die Märkte stören", bestätigte Niebel.






08.02.2011, BUND.net

Mitspracherecht - Beschneidungsgesetz des Innenministers
Der korrekte Titel des Vorhabens, mit dem Innenminister de Maizière die Rechte der Bürgerinnen und Bürger einschränken will, lautet "Gesetz zur Vereinheitlichung und Beschleunigung von Planfeststellungsverfahren". Hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich unter anderem eine einfache Sichtweise: Mitsprache ist unbequem, die Einmischung von Bürgerinnen und Bürgern unerwünscht.
Was ist geplant?
Das Gesetz regelt Genehmigungsverfahren, die für die der Bund zuständig ist. Das betrifft vor allem die Planung und Genehmigung von neuen Autobahnen, Bundesstraßen, Bergbauvorhaben, Flussausbauten, neuen Kanälen und Bahnstrecken auf Bundesebene.
Und das ist der springende Punkt in dem Gesetzesentwurf: Der öffentliche Erörterungstermin soll in das Ermessen der Genehmigungsbehörde gestellt werden („Fakultativstellung“ genannt). Dieser Erörterungstermin ist bei vielen Genehmigungsverfahren der einzige Termin, zu dem die betroffenen Bürgerinnen und Bürger direkt mit der Genehmigungsbehörde und dem Antragsteller für das Projekt fachlich diskutieren können. Dieser Termin nimmt oft mehrere Tage in Anspruch, bei großen Projekten auch mehrere Wochen. Verwaltungen sollen also entscheiden, ob Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen stellen, ihre Bedenken anmelden, ihre Alternativen vorstellen können. Willkommen im 19 Jahrhundert.

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Aufruf gegen das Gesetz unterschreiben << hier >>






07.02.2011, FAZ.net

Ministerin Aigner will den Tierschutz verbessern


Agrarministerin Aigner arbeitet an einem Tierschutzpaket. Hühner etwa sollen raus aus dem Käfig, Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden - und die Verbraucher sollen Tierschutz an einem Siegel erkennen können.

Von Henrike Roßbach, Berlin

Ilse Aigner will mittelfristig Schluss machen mit jeder Form der Käfighaltung von Hühnern in Deutschland. Auch für andere Nutztiere, Schweine und Pferde etwa, will sie die Lebensbedingungen verbessern. Und Verbraucher sollen beim Kauf anhand eines Siegels erkennen können, wie die Tiere gehalten wurden.
Dazu arbeitet die Bundeslandwirtschaftsministerin derzeit an einem Tierschutzpaket, das teilweise über Gesetzesänderungen und teilweise über Verordnungen durchgesetzt werden soll. Eine „Charta Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ will die CSU-Politikerin erstellen; strengere Tierschutzvorschriften sollen Teil dieses Pakets sein. Begonnen haben die Arbeiten schon im vergangenen Jahr, an diesem Wochenende wurden erste Punkte öffentlich. << mehr >>









7. Februar 2011, BUND.net
EU-Kommission will Vorschriften für Gentech-Futtermittel aufweichen.
BUND-Rechtsgutachten belegt Verstoß gegen EU-Recht

Brüssel/Berlin: Laut eines vom BUND in Auftrag gegebenen Rechtsgutachtens verstößt die EU-Kommission gegen europäisches Recht, wenn sie wie geplant die Vorschriften für Gentechnik in Futtermitteln aufweicht. Der EU-Kommission zufolge sollen künftig nicht zugelassene und nicht sicherheitsbewertete Gentech-Pflanzen Futtermittel bis zu einem Grenzwert von 0,1 Prozent verunreinigen dürfen. Über die Vorlage stimmen morgen die EU-Mitgliedsstaaten im zuständigen Ausschuss ab. Das Rechtsgutachten des Berliner Anwalts Achim Willand zeige jedoch, dass das von der EU-Kommission gewählte rechtliche Verfahren zur Einführung von Grenzwerten gegen geltendes EU-Recht verstößt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner daher auf, für die Beibehaltung der sog. Nulltoleranz zu stimmen, wonach in der EU nicht zugelassene Gentech-Pflanzen strikt verboten sind.

Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin: „Mit ihrem Pro-Gentechnik-Kurs gibt die EU-Kommission dem immensen Lobbydruck der Futtermittelindustrie und der USA als Hauptanbauland von Gentech-Pflanzen nach. Diese möchten ihre Futtermittel verkaufen, egal ob Gentech-Produkte in Europa zugelassen sind oder nicht. Verlierer wären die EU-Bürger, denen Gentechnik untergeschoben wird, obwohl sie mehrheitlich Gentechnik ablehnen. Ministerin Aigner muss jetzt zeigen, ob sie wirklich Verbraucherschutzministerin ist oder ausgerechnet die Futtermittelindustrie protegieren will, die gerade den Dioxinskandal verursacht hat.“

Der BUND wirft der EU-Kommission vor, eine vermeintliche Rechtslücke zu konstruieren, um Verunreinigungen mit nicht zugelassenen Gentech-Organismen  zu legalisieren. Die Kommission behaupte, es gebe bei Analysemethoden und Probeverfahren eine Regulierungslücke, die sie mit ihrer Verordnung nun schließe. Das BUND-Gutachten zeige jedoch, dass im geltenden europäischen Gentechnikrecht alle Fragen zu Analyse- und Probenahme-Verfahren sowie zu amtlichen Kontrollen abschließend und umfassend geklärt sind. Zudem haben sowohl die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs wie auch die bisherige Vollzugspraxis der EU-Kommission selbst bestätigt, dass auch geringste Spuren nicht zugelassener gentechnisch veränderter Organismen verboten seien.

Moldenhauer:  „Die Kommission und auch Agrarministerin Aigner wissen, dass hier rechtliche Tricksereien angewendet werden. Sie wählen den Weg der Verbrauchertäuschung, weil die Mehrheit der EU-Bürger Gentechnik im Essen nicht akzeptiert. Indem sie nicht sicherheitsbewertete Gentech-Organismen auf den EU-Markt lassen, unterlaufen sie das Vorsorgeprinzip und machen Rückrufaktionen unmöglich.“

Das Rechtsgutachten erhalten Sie auf Anfrage.


Pressekontakt: Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnik-Expertin, Tel. 0 30 / 275 86-456, bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86 464, presse@bund.net 






06.02.2011, Deutschlandfunk
Lesart - Spezial
In den 60er Jahren gab man rund die Hälfte seines Einkommens für Lebensmittel aus. Heute sind es nur noch elf Prozent. Wie hat sich die Ernährung verändert? Darüber und über die Bücher "Anständig essen" und "Mordshunger" diskutieren Karen Duve und Ludger Heidbrink.
Radiobeitrag zum Nachhören oder Lesen




06.02.2011, Bild.de

Regierung plant schärferen Tierschutz

Die Bundesregierung will neue, wesentlich strengere Tierschutz-Gesetze beschließen. BILD.de erfuhr aus Regierungskreisen: Noch in diesem Jahr kommt das Komplettverbot für die Käfig-Haltung bei Hühnern – es dürfen keine neuen Käfiganlagen gebaut werden!

Heißt im Klartext: Zukünftig sind in Deutschland nur noch Boden-, Freiland- und Öko-Haltung erlaubt. Damit kippt auch die Käfighaltung in “Kleingruppen”, auf die ab 1. Januar 2010 reduziert wurde. Für bestehende Käfiganlagen gibt es eine Übergangsregelung.

Dazu will Bundesagrarministerin Ilse Aigner (46, CSU) den Tierschutz EU-weit für die Verbraucher transparenter machen. Sie plant ein neues Tierschutz-Label – ähnlich wie das Bio-Siegel – mit dem genau gekennzeichnet wird, wie die Tiere gehalten wurden.

Außerdem gibt‘s eine Reihe weiterer Maßnahmen: + Verbot für Brandzeichen bei Pferden + Verbot von Ferkel-Kastration ohne Betäubung + Scharfe Haltungsregeln für Mastkaninchen + Strengere Regeln für Wildtier-Haltung, z.B. in Zoos oder Wild-Gehegen. << mehr >>





"25 Hühner pro Quadratmeter sind Tierquälerei"

Grüne wollen Massentierhaltung bei Dielmissen verhindern

Eschershausen - Mit einem Antrag an den Kreistag wollen die Bündnisgrünen den Bau von großen Massentierhaltungsanlagen im Landkreis Holzminden stoppen. Anlass ist das Verfahren für eine Hühnerhaltung von fast 80.000 Hühnern zwischen Lüerdissen und Dielmissen, gegen das viele Anwohner protestieren. Es wäre die erste größere Tierfabrik im Landkreis, nachdem der Plan für eine Ziegenmassenhaltung bei Polle von einer knappen Kreistagsmehrheit im Sommer letzten Jahres gestoppt wurde.

Eine Bürgerinitiative hatte in wenigen Tagen hunderte Einwendungen gegen "Tierquälerei, Gesundheitsgefährdung und Umweltbelastung" gesammelt. Der grüne Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Christian Meyer, weist auf die Gefahren für die Region hin: "Laut Bauantrag soll noch nicht mal ein voller Arbeitsplatz geschaffen werden, aber der Tourismus an der Draisinenstrecke wird geschädigt, gleichzeitig ist eine Gefährdung der bäuerlichen Landwirtschaft und ein massiver Wert- und Imageverlust für die Grundstücke in der Nähe der Anlage zu befürchten."

Nach Angaben der Grünen sind bei der industriellen Tierhaltung keinerlei Geruchs- oder Keimfilter vorgesehen und nach neuen Studien von niedersächsischen Ärzten erhebliche Gesundheitsgefahren durch Bioaerosole und Krankheitskeime zu befürchten sind. Diese für den Menschen gefährlichen Keime verbreiten sich über hunderte von Metern. Der Landkreis Emsland habe daher die Auflagen für den Keimschutz verschärft und damit einen faktischen Genehmigungsstopp erreicht.

In ihrem Antrag fordern die Grünen nun die Vorgaben des Landkreises Emslandes und der Region Hannover für einen verbesserten Keim- und Brandschutz zu übernehmen. Auch das Land Niedersachsen hatte in einer von den Grünen eingeforderten Befragung die höheren Auflagen bei Massentierhaltun << mehr >>



04.02.2011 ndr.de

"Grüne Gentechnik": Chance oder Risiko?

Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ist umstritten: Befürworter wollen landwirtschaftliche Pflanzen mit ihrer Hilfe widerstandsfähiger machen - zum Beispiel gegen Schädlinge oder während langer Trockenperioden. Viele Kritiker halten das für leere Versprechen und warnen vor Umwelt- und Gesundheitsrisiken.

Forderung: Keine Gentechnik im Saatgut

Auch aus Sicht der Umweltwissenschaftlerin Annemarie Volling muss Saatgut gentechnikfrei bleiben. Das forderte die Koordinatorin des Projekts "Gentechnikfreie Regionen in Deutschland" am Donnerstagabend in Schleswig. Gemeinsam mit mehreren Fraktionen des Kreistages Schleswig-Flensburg hatte sie einen Landwirt und einen Verbraucherschützer aus den USA eingeladen, damit diese von ihren Erfahrungen mit der Gentechnik berichten.

Der Farmer Troy Roush bewirtschaftet im US-Bundesstaat Indiana mehr als 2.000 Hektar Land. Er baut Sojabohnen, Mais, Weizen und Tomaten an - konventionell und ökologisch, gentechnisch verändert und gentechnikfrei. Während seines Vortrags in Schleswig-Holstein lässt er allerdings keinen Zweifel: Gentechnik sieht er inzwischen sehr kritisch. Er ist zum Beispiel überzeugt, dass man in vielen Fällen langfristig mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen muss.  <<  mehr >>

Dazu auch das Dossier: Risiko Gennahrung (rechts auf der NDR - Seite) beachten.